BRÜSSEL — Was lange als akademisches Gedankenspiel abgetan wurde, ist nun im Zentrum der europäischen Finanzpolitik angekommen. Die Finanzminister der Eurozone haben gestern eine hitzige Debatte über die Einführung einer “Automatisierungsabgabe” geführt. Hintergrund sind die massiven Verschiebungen am Arbeitsmarkt durch generative KI im Jahr 2025, die die Einnahmen aus der Lohnsteuer bedrohen.
Die Erosion der Sozialsysteme „Wir können unseren Sozialstaat nicht mehr allein auf dem Faktor menschliche Arbeit finanzieren, wenn Arbeit zunehmend von Algorithmen erledigt wird“, argumentierte der französische Vertreter. Der Vorschlag sieht vor, dass Unternehmen, die menschliche Arbeitskraft durch KI-Agenten ersetzen, einen Ausgleich in die Sozialkassen zahlen. Die Einnahmen sollen zweckgebunden für Umschulungsprogramme und Rentenzuschüsse verwendet werden.
Widerstand der Industrie Die deutsche Industrie, vertreten durch Verbände wie die IHK, läuft Sturm gegen den Vorschlag. Sie warnt vor einer “Innovationsbremse”, die Investitionen ins außereuropäische Ausland treiben könnte. Ein Kompromiss zeichnet sich jedoch ab: Statt einer pauschalen Steuer könnte eine Abgabe auf “excessive Automatisierungsgewinne” eingeführt werden. Die Entscheidung wurde auf das Frühjahr 2026 vertagt, doch das Thema ist endgültig auf der politischen Agenda.