MÜNCHEN — Es ist eine Zeitenwende in der Neurologie. Seit September 2025 ist das Alzheimer-Medikament Lecanemab (Handelsname Leqembi) in Deutschland verfügbar, und erste Kliniken melden vielversprechende Verläufe. Zudem hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) positive Signale für den Nachfolger Donanemab gesendet, der noch effizienter sein soll.
Aufräumen im Gehirn Die neuen Antikörper-Therapien zielen darauf ab, die toxischen Amyloid-Plaques im Gehirn zu entfernen, die als Hauptursache für Alzheimer gelten. In Studien konnte der kognitive Verfall um fast 30 % verlangsamt werden. “Wir können die Krankheit noch nicht heilen, aber wir können den Patienten wertvolle Jahre schenken, in denen sie selbstständig bleiben”, so ein führender Neurologe der Charité.
Herausforderung für das Gesundheitssystem Die Euphorie wird jedoch von logistischen und finanziellen Hürden begleitet. Die Therapie ist teuer und erfordert aufwendige Diagnostik mittels MRT, um Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen auszuschließen. Die Krankenkassen stehen vor einer gewaltigen Kostenwelle, und Gesundheitsökonomen fordern eine nationale Demenz-Strategie, um den Zugang zu diesen “Game-Changer”-Medikamenten gerecht zu gestalten.